Spende für Linde
EILSEN
Warum die Grundschule eine „Gerichtslinde“ erhält
Bad Eilsen/Heeßen (tw). Es soll nicht nur eine schlichte Linde, sondern eine „Gerichtslinde“ werden. Die Idee stammt von Kerstin Henke und hat Charme: „Die Grundschüler“, sagt die Leiterin des Kreativbereichs im Rehazentrum, „könnten nach altem Brauch unter dem Baum künftig ihre Streitigkeiten beilegen“. Ob sie das wirklich tun werden, weiß natürlich noch niemand. Fest steht aber: Die Linde, welche der Förderverein der Grundschule Heeßen vor allem aus den Standgebühren, die das Rehzentrum beim jüngsten A bis Z-Basar eingenommen hat, (mit)finanzieren will, wird dank ihrer prächtigen Krone für die Schüler ein prima Schattenspender sein.
„Es ist bereits die dritte Spendenübergabe in diesem Jahr. Die Erste ging an den Heimat- und Kulturverein, die zweite an die Kinderfeuerwehr der Samtgemeinde, die Eilser Schwefelhölzchen“, erinnert Henke. Die Freizeittherapeutin hatte der Schule zunächst auch noch eine Linde aus dem eigenen Garten spenden wollen – doch die erwies sich leider für das Umpflanzen als zu groß. Wie Schulleiter Joachim Preuß errechnet hat, kostet ein neues Exemplar zwischen 2500 und 3000 Euro; hinzu kommen noch mal etwa 1000 Euro, welche die den Untergrund vorbereitenden Maßnahmen verschlingen. „Wir sind aber zuversichtlich, die Linde bis März 2011 setzen zu können“, sagt Preuß. Denn zu der jüngsten Spende kommt noch ein Betrag von 1100 Euro, den der Förderverein um Susanne von Tiesenhausen anlässlich der Einweihung des neuen naturnahen Pausenhofes eingenommen hat. „Last, but not least rechnen wir noch mit Geld aus einer Stiftung“, so der Schulleiter. Das Budget der Lehranstalt werde durch das Baum-Projekt jedenfalls nicht belastet.
Doch die Linde, die auf dem Asphalt etwa dort platziert werden soll, wo früher der Fahrradständer stand, ist nicht der letzte Wunsch, den die Schule hat. Preuß: „Wir wollen und werden auf dem Schulhof noch ein Spielfeld für Völkerball einzeichnen.“ Außerdem möchte die Lehranstalt noch einen Basketballkorb beschaffen. Geht es nach Preuß, soll der vorzugsweise „mobil“, also abnehmbar sein. Nur so wird gewährleistet, dass das Sportgerät nach Schulschluss nicht zum Anziehungspunkt von solchen Jugendlichen wird, die nichts Gutes im Schilde führen.
Die größte Investition wird indes der Austausch der Computer im PC-Raum sein. Während die mittlerweile 25 tragbaren Rechner noch fast neuwertig sind, „muss die ortsfeste Hardware an den 16 Arbeitsplätzen des Raumes dringend erneuert werden“, wie Bernd Schöneman weiß. „Denn“, so der Samtgemeindebürger-meister, „die Geräte sind inzwischen zehn Jahre alt.“ Da die Investition aber weit über das hinausgeht, was der Förderverein der Grundschule leisten kann, wird voraussichtlich der Samtgemeinderat in die Spendierhosen schlüpfen müssen.
Landeszeitung vom 14.12.2010 - 00.00 Uhr

von links nach rechts: Joachim Preuß, Susanne v. Tiesenhausen (Förderverein), Frau Henke (Leiterin des Kreativebereichs des Rehazentrums Bad Eilsen), Herr Schönemann (Samtgemeindebürgermeister) und Herr Renée Schmidt (stv. Verwaltungsleiter)