Aus der Landeszeitung …
Tolles „Blaumeisen-Fernsehen“ auf dem Grundschulflur
Im Nistkasten installierte Kamera überträgt Vogel-Bilder / Kinder werden für den Schutz der Natur sensibilisiert
Heeßen (wk). Eine kleine „Piep-Show“ ist bis vor Kurzem die Attraktion an der Grundschule Heeßen gewesen. Als Hauptdarsteller agierten neun junge Blaumeisen, die von ihren Vogeleltern in einen auf dem Schulgelände aufgehängten Nistkasten aufgezogen wurden.
An sich ist dies ja noch nichts Besonderes. Zu einem „Medienereignis“ wird die ganze Sache allerdings dadurch, dass das Geschehen in dem hölzernen Vogelhaus mittels darin installierter Kamera und langem Kabel auf einen Monitor in der Schule übertragen wird. Live und rund um die Uhr. Eine Schautafel informiert zudem über allerlei Wissenswertes aus dem Leben der Blaumeisen.
„Es gibt Kinder, die stehen in jeder Pause da“, freut sich die Lehrerin Prisca Rüßau über den Erfolg der rund 500 Euro teuren Investition, die der Förderverein der Grundschule gesponsert hat. Viele andere Schüler würden sich darüber hinaus regelmäßig für das muntere Treiben in dem Nistkasten interessieren.
Es sei schon „toll, dass man mal sieht, was die Kleinen da so alles machen“, bestätigte denn auch der neunjährige Vincent John aus Luhden. Dessen gleichaltrige Mitschülerin Jasmin Boekhoff aus Buchholz bezeichnete das Beobachten der mittlerweile flüggen Blaumeisen als überaus „spannend“.

Das in diesem Jahr zum ersten Mal gestartete „Blaumeisen-Fernsehen“ ist Teil einer Reihe von Aktivitäten, mit denen die Schüler für den Schutz der Natur respektive der Umwelt sensibilisiert werden sollen, erklärte Rüßau. So werden an der Grundschule Heeßen etwa ausgediente Mobiltelefone, Tonerkartuschen und alte Korken gesammelt, um diese dem Recycling zuzuführen (wir berichteten). Außerdem halte man die Kinder zum Trennen der anfallenden Abfälle in Wertstoffe und Restmüll an. Und einmal pro Halbjahr werden in Kooperation mit dem Ortsverband Bückeburg des Naturschutzbundes Deutschland Aktionen wie das Basteln von Fledermauskästen und Bienenhotels angeboten.
„Das erklärte Ziel aller Anstrengungen ist die Anerkennung als sogenannte Umweltschule“, sagte Rüßau. Um das zu erreichen, sei es nicht zuletzt erforderlich, dass die Grundschule und die Eltern bei der Umsetzung des praktizierten „pädagogischen Konzeptes“ weiterhin gemeinsam an einem Strang ziehen.
© Landeszeitung vom 05.06.2010