Kooperationsvertrag
Warum Kinder in Eilsen bestens aufgehoben sind
Heeßen (tw). Seit vier Jahren arbeiten die Grundschule Heeßen und „ihre“ Kindertagesstätte(n) gemeinsam und engagiert an dem einen Ziel: „Wir wollen die Kinder in der Samtgemeinde zu einem möglichst hohen Bildungsabschluss führen“, sagt Rektor Joachim Preuß. Damit diese Zusammenarbeit auch dann fortgesetzt werden kann, wenn das „Modellprojekt Brückenjahr“ am 31. Juli endet, haben die beiden Kitas Sinai und Emmaus mit der Grundschule nun einen Kooperationsvertrag geschlossen, den die jeweiligen Träger, Kirche und Samtgemeinde, abgesegnet haben.

Besiegeln den Kontrakt mit ihren Unterschriften (v.l.n.r.): Bernd Schönemann, Joachim Preuß, Lutz Gräber (vorne) sowie Heike Rehling, Sabine Baue, Ina Meier und Renate Anderten (hintere Reihe).
„Wir wollen konkurrenzfrei zusammenarbeiten und ein besseres Verständnis für die jeweilige andere Bildungsinstitution fördern.“ Und: „Unsere Zusammenarbeit soll auf Dauer gestaltet, kontinuierlich reflektiert und weiterentwickelt werden“, heißt es in dem Papier, das die Unterschriften von Preuß sowie von Renate Anderten (Sinai), Heike Rehling (Emmaus), Bernd Schönemann (Samtgemeinde) und Lutz Gräber (Ev.-luth. Kirchengemeinde) trägt.
Praxistest bestanden
Der Pastor: „Auf den drei Seiten, in denen die Ziele und Formen unserer Zusammenarbeit geregelt sind, steht nichts, was wir nicht zuvor schon erprobt haben.“ Das Programm habe den Praxistest also bereits bestanden.
Das betont auch Preuß: „In den zurückliegenden vier Jahren haben wir alle Hemmschwellen abgebaut. Zwischen den Lehrerinnen der Schule und den Erzieherinnen der Kitas herrscht eine tolle Kollegialität. Wir alle begegnen uns auf Augenhöhe.“ Nutznießer seien die Kinder, „denen in Eilsen ein reibungsloser Übergang von der Kindertagessstätte in die Grundschule ermöglicht wird“, unterstreicht Schönemann als Samtgemeindebürgermeister.
Die formale Basis der Zusammenarbeit zwischen den drei Partnern bildet neben der Kooperationsvereinbarung ein Kooperationskalender, der einmal jährlich aktualisiert und fortgeschrieben wird.
Sieht man sich die Vereinbarung an, fällt vor allem die Omnipräsenz des Wortes „gemeinsam“ auf, das sich wie ein roter Faden durch die Seiten zieht: So soll es etwa zwischen Lehrerinnen und Erzieherinnen gemeinsame Fortbildungen, gemeinsame Dienstbesprechungen, gemeinsam gefertigte Lernentwicklungsbögen sowie gemeinsame Elternabende geben. Zu den gemeinsamen Aktivitäten während des Brückenjahres gehören Lesepatenschaften, bei denen Drittklässler Kindergartenkindern vorlesen.
Besuch vom Lehrer
Dazu gehören aber auch Schulführungen durch den Schulleiter. Kita-Knirpse dürfen in der Schulturnhalle Sport treiben, Klassenlehrerinnen besuchen die zukünftigen Schulkinder im Kindergarten – und auch das sind nur einige wenige von zahlreichen Beispielen.
All das dient den verbrieften Zielen, den Sinai- und Emmaus-Steppkes eine positive Einstellung zum Wechsel an die Grundschule Heeßen zu vermitteln, das Interesse und die Neugier auf den Schulbeginn zu wecken sowie die Unsicherheit und Angst vor dem Schulgebäude, dem Schulablauf und den neuen Bezugspersonen abzubauen.
Das vielleicht Wichtigste zum Schluss: All diese hehren Ziele lassen sich nicht ohne den Beistand der Eltern erreichen. Deswegen heißt es in dem Papier ausdrücklich: „Die Eltern sollen aktiv in den Entwicklungs- und Bildungsprozess der Kinder einbezogen werden.“ Dafür werden ihnen von den Kooperationspartnern sogar Fortbildungen angeboten.
Merke: Wer den Text der Kooperationsvereinbarung im Detail nachlesen will, kann ihn sich in Kürze aus dem Internet als pdf-Datei auf den Rechner laden: www.gs-heessen.de oder www.samtgemeinde-eilsen.de
Artikel vom 08.01.2011