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UNICEF-Aktion „Schulen für Afrika“
Schüler spendieren Lehrer eine Schulung…
Heeßen (tw). Was kann man in Afrika mit 366 Euro machen? Zum Beispiel zwölf Zweier-Bänke für 24 Schüler kaufen. Oder Schulmaterial für 70 Kinder. „Man kann aber“, sagt Hannelore Stühm vom UNICEF-Team Schaumburg, „mit dem Geld auch eine zweiwöchige Schulung für einen Lehrer bezahlen – oder eine Handpumpe für einen Schulbrunnen anschaffen“. Was man auch immer mit dem Geld macht: „Für 366 Euro“, da sind sich die Steppkes an der Grundschule Heeßen einig, „kann man eine Menge Gutes tun“.
Exakt so hoch ist nämlich der – vorläufige – Betrag, den die UNICEF-Aktion „Schulen für Afrika“ in Eilsen eingespielt hat. „Die Klassen 4a und 4b haben aus ausrangierten Stühlen, die der Schulleiter freigegeben hat, weil sie im Lack beschädigt oder verkratzt sind, kleine Kunstwerke gemacht“, erinnert Fachlehrerin Barbara Wolff. Zur jüngsten Einweihung des neuen Pausenhofes waren die Sitzmöbel zum Kauf angeboten worden. Und siehe da: Von 22 Exemplaren haben 16 auf Anhieb Liebhaber gefunden – zu Preisen zwischen 20 und 30 Euro je Stuhl.
„Mit dem Endbetrag sind wir sehr zufrieden“, betont Astrid Herms, früher Konrektorin und jetzt „Unicef“-Mitarbeiterin. Zwar sei nicht so viel Geld zusammengekommen wie bei der gleichen UNICEF-Aktion in der benachbarten Ex-Residenz, aber das sei auch nicht verwunderlich. „In Heeßen“, weiß Wolff, „haben mit Masse Eltern und Großeltern Stühle gekauft – und nicht wie in Bückeburg Geschäftsleute“.
Außerdem geht auch in Eilsen noch was, denn: „Die sechs Stühle, die nun noch übrig sind, werden wir zur Einschulung am Samstag, 7. August, nochmals anbieten“, sagt Stühm. Sie ist guter Dinge, dass dann auch die letzten Exemplare Käufer finden werden. Zumal: „Die Stühle sind noch immer tadellos in Schuss, werden ihren Besitzern noch viele Jahre Freude machen“, ist Rektor Joachim Preuß überzeugt. Falls es am Ende wider Erwarten doch noch den einen oder anderen Ladenhüter geben sollte, sollen Restexemplare in der Bad Eilser Kurverwaltung ausgestellt werden.
Doch wie auch immer: „Die Kinder“, lobt Wolff, „mussten für die UNICEF-Aktion nicht extra motiviert werden. Die Aufgabe, etwas für ihresgleichen in Afrika tun zu können, war Motivation genug“, freut sich Herms. Kommt hinzu: Gleichsam nebenbei haben die Kinder gelernt, dass Dinge, die – wie die Stühle – aussortiert wurden, nicht gleich bedeutend mit Müll und Nutzlosem sind.
Was mit den 366 Euro in Afrika nun geschieht, muss die Hilfsaktion selbst entscheiden, auf deren Konto Stühm den Betrag jetzt überwiesen hat. Als „Quittung“ und Auszeichnung gleichermaßen hat die Schule eine Urkunde von UNICEF erhalten, in der unter der Überschrift „Weil es jedes Kind nur einmal gibt“ den Kindern und Lehrern für ihren Einsatz gedankt wird. Sie soll künftig einen Ehrenplatz im Gebäude finden.
© Landeszeitung vom 24.06.2010
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